Akte D - Bahn, Justiz, Strom

"Akte D" ist ein investigatives Geschichtsformat, das den Zuschauer mit auf die Spurensuche in die Vergangenheit nimmt und verdrängte Abschnitte der deutschen Nachkriegsgeschichte neu beleuchtet. In der zweiten Folge geht es um „Das Kriegserbe der Bahn“.

Die heutige "Deutsche Bahn AG" gibt sich als modernes Unternehmen, das als solches offen mit seiner Vergangenheit in der Nazi-Diktatur umgeht. Doch juristisch wird die Bahn ihre Vergangenheit nicht los. In den USA wird derzeit ein Gesetz diskutiert, dass die Bahn in erhebliche Schwierigkeiten bringen könnte. Der "Holocaust Rail Justice Act" soll Entschädigungsansprüche von Überlebenden des Holocausts sichern, die mit der Eisenbahn deportiert wurden.

Der "Holocaust Rail Justice Act" wirft ein neues Schlaglicht auf die braune Geschichte der Deutschen Bahn. Denn bis heute wird die Bedeutung der Reichsbahn bei den Nazi-Verbrechen massiv unterschätzt. Aber Historiker sind sich einig: Ohne die Reichsbahn wäre der Holocaust niemals möglich gewesen. Über 3 Millionen Opfer wurden mit Eisenbahn in den Tod gefahren. Und das gegen Bezahlung. Die Reichsbahn rechnete jeden Transport genau ab – pro Kopf und Kilometer. Dass die Deportierten ihre Reise in den Tod oftmals auch noch selbst bezahlen mussten, spielte für die Reichsbahn keine Rolle.

Die heutige Deutsche Bahn AG steht offen zu ihrer historischen Verantwortung. Doch fragt man nach einer juristischen und materiellen Verantwortung, blockt sie ab. Denn die Bahn ist nicht Rechtsnachfolgerin der Nazi-Reichsbahn, zudem genießt sie nach der Zahlung einer einmaligen Summe juristischen Schutz vor Entschädigungsklagen.

Die Bahn sieht ihre moralische Pflicht trotzdem erfüllt. Aber hat sie sich ihrem Kriegserbe und ihrer historischen Verantwortung wirklich gestellt?

Format
Dokumentation

Sender
ARD (WDR, BR, MDR)

Produktionsjahr
2014

Länge
43:30 Minuten

Buch & Regie
Winfried Oelsner

Kamera
Jörg Adams

Schnitt
Kawe Vakil

Musik
Dürbeck & Dohmen

Ton
Sias van Zyl

Produktion
taglicht media

Produktionsleitung
Rina Ringl (taglicht media)
L. Meyer-Henschel (WDR)

Produzent
Bernd Wilting

Redaktion
Beate Schlanstein (WDR)
Thomas Kamp (WDR)
A. Harms-Limmer (BR)
Martin Hübner (MDR)

 

Pressestimmen

"'Akte D' bricht radikal mit dem Geschichtsklitterungsentertainment des Mainstreams.
Das Ergebnis ist klug, sachorientiert, unaufgeregt, konzentriert – und preiswürdig."

Grimme Institut

 



"Blick in ein finsteres Kapitel deutscher Geschichte."
Neue Osnabrücker Zeitung

"Sternstunden der Dokumentationen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen."
Frankfurter Rundschau